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Johannes Urzidil (1896–1970) – ein "hinternationaler" Autor aus Böhmen

Linksammlung

Im Folgenden werden Möglichkeiten aufgeführt, sich zu Urzidils Leben und Werk im Internet zu informieren. Über ergänzende Hinweise freuen wir uns.

Biographien
Um sich einen ersten Überblick über Urzidils Leben und Werk zu verschaffen, kann man im Internet mehrere Biographien über Urzidil zu Rate ziehen, die hier in der Reihenfolge ihrer Publikation aufgeführt seien:

Archive und Institutionen
Verschiedene Archive und Institutionen machen sich um die Bewahrung von Urzidils Andenken und die Erhaltung seines Nachlasses verdient. Es sind hier vor allem die vier folgenden zu nennen:

Texte von Urzidil im Internet
Zahlreiche Texte von (aber auch über) Urzidil sind im Manuskript, Typoskript oder auch in der Druckfassung im oben erwähnten Online-Nachlass der Urzidils im New Yorker Leo Baeck Institute nachzulesen. Daneben sind folgende Internet-Quellen erwähnenswert:

Zeitungen und Zeitschriften
Verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, in denen Urzidil publiziert hat, sind mittlerweile digitalisiert im Internet zugänglich. Bei den ersten vier Ressourcen, in denen man nicht nach Namen recherchieren kann, gelangt man über das genaue Erscheinungsdatum aus der Urzidil-Bibliographie zu den Texten:

Tondokumente
Bereits in Prag, vor allem aber dann im New Yorker Exil hat Urzidil viel für den Rundfunk gearbeitet, insbesondere für die amerikanischen Sender Voice of America, bei dem er eine eigene Sendereihe hatte, und Radio Free Europe, aber auch für deutsche, österreichische und Schweizer Sender. Er schrieb Sendungen, las Texte ein, wurde interviewt, Erzählungen von ihm wurden zu Hörspielen verarbeitet und vieles mehr; so entstand ein umfangreicher Bestand an Rundfunkbeiträgen, der in den Archiven der Sender aufbewahrt wird.

Sekundärliteratur
Einige Diplomarbeiten und Aufsätze zu Urzidil sind mittlerweile ins Internet ‚gestellt‘ worden und frei zugänglich:

Hinternational
Nicht direkt zur Urzidil-Sekundärliteratur gehören die folgenden beiden Artikel, die aber, wie schon in ihren Titeln deutlich wird, die vielzitierte Urzidilsche Wortschöpfung „hinternational“ für ihr jeweiliges Thema fruchtbar machen und deshalb hier genannt seien:

Orte
Hier folgen abschließend einige Hinweise auf Websites zu Urzidils Lebensstationen im Internet, möglichst mit spezifischen Informationen zu seinen jeweiligen Aufenthalten:

  • Prag/Praha: Die böhmische Haupstadt ist in vielen, wenn nicht den meisten Werken Urzidils auf die eine oder andere Weise präsent, insbesondere natürlich in den Erzählungsbänden „Die verlorene Geliebte“ (1956) und „Prager Triptychon“ (1960) sowie in dem mit dem Photographen Anselm Jaenicke herausgegebenen Bildband „Prag. Glanz und Mystik einer Stadt“ (1966). Auf dem literarhistorischen Stadtplan Prags kann man Urzidils Wohnadressen in seiner Heimatstadt von 1896 bis 1939 nachverfolgen.
  • Weseritz/Bezdružice: In der näheren und weiteren Umgebung dieses westböhmischen Städtchens verbrachte Urzidil als Kind oft die Ferien mit seinem Vater, der aus dem nahen Schippin/Šipín stammte. In Weseritz kaufte Urzidil diesem im Jahre 1922 ein Haus, in dem der Vater freilich bereits am Heiligabend desselben Jahres verstarb. Urzidils Alter-ego-Figur in seinem einzigen Roman „Das Große Halleluja“ (1959) heißt in Erinnerung daran Josephus Weseritz. Auf seiner Website zeigt Sven Müller, mit Urzidil weitläufig verwandt und Verfasser einer Weseritzer Familiengeschichte, historische und aktuelle Aufnahmen der Stadt, und er erinnert mit einem Artikel von Anton Wanka an Urzidils in Weseritz gebürtige Großmutter Barbara Hainl und schreibt über die Erzählung „Die Rippe der Großmutter“ (aus dem Band „Die erbeuteten Frauen“, 1966, Neuausgabe 2013).
  • Marienbad/Mariánské Lázně: An Urzidils Rede bei der Einweihung des Goethe-Denkmals in Marienbad am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 1932, erinnert die Website „Hamelika“ („Historie Mariánských Lázní a okolí“/“Geschichte von Marienbad und Umgebung“) von Richard Švandrlík zur Geschichte des westböhmischen Kurortes.
  • Glöckelberg/Zvonková und Josefst[h]al/Josefův Důl, auch Josefodol: In diesen beiden Böhmerwalddörfern verbrachten Johannes und Gertrude Urzidil in den Jahren 1933 bis 1937 jeweils mehrere Wochen lang ihre Sommerfrische, oft besucht von Freunden wie Loni und Rudolf Fuchs, Willy Haas, Paul Kornfeld, Heinz Politzer, Hugo Steiner-Prag oder Ottilie und Emil Utitz, auch bekannt als „Josefstaler Stammtisch“ (Gertrude Urzidil). Diese Aufenthalte schlugen sich auch im Werk Urzidils nieder. Die trilaterale Arbeitsgemeinschaft Šumava Böhmerwald, Linz, unter Vorsitz von Horst Wondraschek unterhält die reich illustrierte Website „gloeckelberg.at“ zur Geschichte des Ortes Glöckelberg und seiner Bewohner, mit Hinweisen zu Urzidils Aufenthalten dort wie auch zu der von ihr gemeinsam mit der Společnost Johannese Urzidila, České Budějovice/Budweis, getragenen Johannes-Urzidil-Ausstellung im restaurierten Mesnerhaus (Fuchshaus) des Dorfes. Rundfunkbericht über Urzidil und Glöckelberg von Václav Richter für das französische Programm von Radio Prag. 11. VIII. 2007.
  • London, Viney Hill (Gloucestershire) und New York: Zu Urzidils Exil-Orten in Großbritannien und den USA finden sich noch keine spezifischen Anknüpfungspunkte im Internet; freilich kann man auch dort seinen Wohnadressen nachgehen.
  • La Tour-de-Peilz: In dieser in der Waadt (Vaud), direkt am Genfer See gelegenen Stadt, genauer: im zugehörigen Weiler Burier, befindet sich die von den Architekten Sándor/Alexander Ferenczy und Hermann Henselmann entworfene und 1931 fertiggestellte „Villa Kenwin“. Darin lebte vor und nach dem Zweiten Weltkrieg die britische Schriftstellerin Bryher, die den Urzidils 1939 die Flucht nach England ermöglichte und von da an beide Eheleute bis zu deren Tode nicht nur mit Geld großzügig unterstützte, wofür sie ihr zeitlebens dankbar waren. Zweimal, im Oktober 1962 und im November 1964, besuchten die Urzidils Bryher in Burier. Auf der Website „Contexte Kenwin“ des Architekten Giovanni Pezzoli, der die „Villa Kenwin“ 1987 erwarb und komplett restaurieren ließ, kann man u. a. Photos und Baupläne des Hauses sehen. Die Schweizer Regisseurin Veronique Goël hat über die Villa den Dokumentarfilm „Kenwin“ (Schweiz 1996) gedreht.
  • Roma/Rom: Das Österreichische Kulturinstitut (heute Österreichisches Kulturforum) in Rom, in dem er starb, mitsamt der daran angebrachten Gedenktafel und Urzidils Grab auf dem Campo Santo Teutonico wie auch einen Lageplan des Friedhofes kann man hier sehen.
  • (70679) Urzidil: Am 30. Oktober 1999 entdeckte das Astronomenehepaar Jana Tichá und Miloš Tichý vom Kleť-Observatorium, unweit von Český Krumlov/Böhmisch Krumau, einen bis dato unbekannten Asteroiden und benannte ihn nach dem von ihnen verehrten Schriftsteller: (70679) Urzidil.